Realising Rights

Case studies on state responses to violence against women and children in Europe

In 2011 ist ein Vergleich der institutionellen und rechtlichen Strukturen zum Umgang mit Kindesmisshandlung und Vernachlässigung in der Familie in neun europäischen Staaten entstanden. Erarbeitet hat die Studie das DIJuF zusammen mit Carol Hagemann-White und Bianca Grafe von der Universität Osnabrück. Gefördert wurde das Projekt von der EU-Kommission im Rahmen des Daphne-Programms. Aufbauend auf eine Machbarkeitsstudie zur Bewertung der Möglichkeiten, Aussichten und des bestehenden Bedarfs für die Vereinheitlichung der einzelstaatlichen Rechtsvorschriften auf den Gebieten Gewalt gegen Frauen, Gewalt gegen Kinder und Gewalt wegen sexueller Orientierung (EU Commission 2010) hat das DIJuF in 2011 seine Forschung zu den Strukturen, der Rechtslage und Rechtswirklichkeit in den Ländern Bulgarien, Deutschland, Estland, Griechenland, Niederlande, Rumänien, Schweden, Türkei und Vereinigtes Königreich vertieft.

Den Forschungsbericht zu den rechtlichen und institutionellen Strukturen beim Schutz von Kindern vor Misshandlung und Vernachlässigung in der Familie finden Sie in Kapitel 4 (CHAPTER 4 – Institutional and Legal Responses to Child Maltreatment in the Family, S. 110 ff., Thomas Meysen, Carol Hagemann-White, Bianca Grafe & Henriette Katzenstein, DIJuF und Universität Osnabrück)

Die allgemeinen Darstellungen zu den rechtlichen und organisatorischen Strukturen in den neun Ländern (Kapitel 4) enthalten jeweils für jedes Land ein Ablaufdiagramm zu einem idealtypischen Umgang mit dem Bekanntwerden gewichtiger Anhaltspunkte für eine Kindeswohlgefährdung, wie wir uns in Deutschland ausdrücken würden. Als zentrale Aspekte herausgegriffen sind die Frage nach einem Bestehen von Meldepflichten bei Kindeswohlgefährdung, die Schwellen für ein Einschreiten des Staats und die Anhörung des Kindes.

Außerdem wurden für Politik und Fachwelt drei „briefing papers” erstellt zu den Themen:

Der Forschungsbericht dieses internationalen Projekts enthält weitere vergleichende Studien

  • zu Nationalen Aktionsplänen zu Gewalt gegen Frauen und den nicht geborgenen Potenzialen dieses politischen Instruments der Selbstverpflichtung (CHAPTER 2: Unrealised Potentials: Plans of Action on Violence Against Women, von Jackie Turner & Liz Kelly, Child and Women Abuse Studies Unit [CWASU], London Metropolitan University),
  • zu Wegweisungsverfügungen in Eilfällen bei Partnerschaftsgewalt mit Blick auf Schutz, Prävention und Empowerment der betroffenen Opfer (CHAPTER 3 – Protection, Prevention and Empowerment: Emergency Barring Intervention for Victims of Intimate Partner Violence, von Renée Römkens, Lorena Sosa & van Gessel, INTERVICT Tilburg)

sowie einen Überblick über die Gesetzgebung in 38 europäischen Staaten in Bezug auf den Umgang mit Gewalt gegen Frauen und Gewalt gegen Kinder (CHAPTER 1 – Legislation on Violence Against Women and Children in a Larger European Scope, von Carol Hagemann-White & Bianca Grafe, Universität Osnabrück).