“CULTURAL ENCOUNTERS IN INTERVENTIONS AGAINST VIOLENCE” (CEINAV)

This project has received funding from the European Union’s Seventh Framework Programme for research, technological development and demonstration under grant agreement no 291827.
The project CULTURAL ENCOUNTERS IN INTERVENTIONS AGAINST VIOLENCE is financially supported by the HERA Joint Research Programme (www.heranet.info) which is co-funded by AHRC, AKA, BMBF via PT-DLR, DASTI, ETAG, FCT, FNR, FNRS, FWF, FWO, HAZU, IRC, LMT, MHEST, NWO, NCN, RANNÍS, RCN, VR and The European Community FP7 2007-2013, under the Socio-economic Sciences and Humanities programme.

tl_files/downloads/2013/Projekte/Logo_Hera.jpg tl_files/downloads/2013/Projekte/Logo_BMBF.jpg
tl_files/downloads/2016/Forschung und Projekte Seite/logo_Uni Osnabrueck.png tl_files/downloads/2016/Forschung und Projekte Seite/Logo_CWASU.jpg tl_files/downloads/2016/Forschung und Projekte Seite/Logo_CIIE.jpg tl_files/downloads/2016/Forschung und Projekte Seite/Uni_Porto.jpg tl_files/downloads/2016/Forschung und Projekte Seite/Logo_Peace-Institute.jpg

Laufzeit:                   September 2013 bis August 2016

Ansprechpartnerin: Janna Beckmann (beckmann@dijuf.de)

Final Progress Report 2013-2016

 

Projektbeschreibung

Das DIJuF war Projektpartner im CEINAV-Projekt, gefördert für den Zeitraum von September 2014 bis August 2016 im Programm „Cultural Encounters” aus dem Gemeinsamen Forschungsprogramm HERA – Humanities in the European Research Area . Vergleichend in vier beteiligten Ländern, Deutschland (Osnabrück, Heidelberg), Portugal, Slowenien und England/Wales, wurde die Interventionspraxis bei unterschiedlichen Rahmenbedingungen beleuchtet und das Aufeinandertreffen kultureller Unterschiede reflektiert, zwischen den Ländern und beim Umgang mit Minderheiten. Im Mittelpunkt stehen drei Gewaltformen:

  • Partnerschaftsgewalt gegenüber Frauen,
  • körperlicher Misshandlung und Vernachlässigung von Kindern,
  • Frauenhandel zum Zweck sexueller Ausbeutung.

Als Ergebnis zielte das Projekt auf eine Synthese der Erkenntnisse und Herausarbeitung der Diversität und Gemeinsamkeiten der nationalen Systeme und der am Schutz beteiligten Akteursgruppen. Dabei ist ein zentrales Ergebnis des Projekts eine transnationale ethische Grundlage für den Zugang zu Interventionen beim Schutz von Frauen und Kindern vor Gewalt:

Transnationale Grundlagen für eine ethische Praxis bei Interventionen wegen Gewalt gegen Frauen und Kinder, Liz Kelly, Thomas Meysen

Im Einzelnen wurde in verschiedenen Projektschritten geforscht. Nach Aufarbeitung der strukturellen Rahmenbedingungen sowie einer Aufarbeitung der Kolonial- und Migrationsgeschichte in den vier Ländern wurden in je zwei multiprofessionellen Workshops (mit Professionellen von Kitaerzieher/innen, Grundschullehrer/inne/n und Kinderärzt/inn/en über Jugendamtsmitarbeiter/innen und Mitarbeiter/innen von Trägern der freien Jugendhilfe bis hin zu Familienrichter/innen, Verfahrensbeiständen und Vertreter/inne/n der Strafverfolgungsbehörden) je Land und Gewaltform exemplarische Fallgeschichten diskutiert, um Handlungsorientierungen sowie Dilemmas herauszuarbeiten, mit denen sich die Professionellen konfrontiert sehen.
Die Experten-Workshops wurden ausgewertet. Zu den acht Kinderschutz-Workshops ist ein international-vergleichender Artikel erschienen, ansonsten wurden Working Paper zu den einzelnen Ländern und Gewaltformen erstellt:

Meysen, T. & Kelly, L. (2017). Child Protection Systems: Between Professional Cooperation and Trustful Relationships. A comparison of professionals’ practical and ethical dilemmas in England/Wales, Germany, Portugal and Slovenia. In: Child & Family Social Work. Article ID: CFS12403

Im Anschluss an die Workshops wurden in der dritten Projektphase gewaltbetroffene Frauen und Jugendliche mit Migrationshintergrund oder Angehörigkeit zu einer Minderheit zu ihren Erfahrungen mit Schutz und Intervention befragt. Neben der Interviewauswertung wurden aus den Interviews exemplarische Geschichten entwickelt, die pointierte Erfahrungen oder wichtige Aussagen vermitteln sollen. Die Geschichten wurden in einer Anthologie  jeweils in der Landessprache und in Englisch zusammengestellt. Die Anthologie ist auf der folgenden Homepage kostenfrei abrufbar:

https://shop.budrich-academic.de/produkt/experiences-of-intervention-against-violence/?v=dfa35b4ea8bf

Parallel zur Auswertung der empirischen Arbeit entstand ein gewaltformübergreifendes Arbeitspa-pier, in dem für Interventionsprozesse bedeutsame ethische Theorien dargestellt werden sowie ethische Dilemmas aufgezeigt werden, die in der Interventionspraxis auftauchen:

Mit einigen der befragten Frauen und Jugendlichen wurde im Anschluss an die Interviews zudem in kreativen Workshops mit je einer Künstlerin Kunst geschaffen und diese später in einem Dialogworkshop mit beteiligten Künstler/innen, Fachkräften und Forscher/innen ausgestellt und diskutiert. Leitfrage war, inwiefern Kunst ein Mittel ist, um den Betroffenen Gehör zu verschaffen, die in öffentlichen Debatten um „gute Praxis“ oft nicht wahrgenommen werden.

Neben der ethischen Grundlage sind zudem verschiedene Materialien zur Vermittlung der gewonnenen Erkenntnisse entstanden, darunter ein Video. Die Projektergebnisse sollen Fachkräften in allen drei Interventionsbereichen sowie Forscher/innen, Aus- und Fortbilder/inne/n Gelegenheit zur Reflexion bieten.

Die Projektergebnisse wurden auf einer Abschlusstagung in Berlin am 2./3. Juni 2016 vorgestellt. Hier wurde auch die transnationale Grundlage für eine ethische Praxis bei Interventionen vorgestellt.

Für das DIJuF forschten Janna Beckmann und Dr. Thomas Meysen als Forschungsleiter.

Unterstützt wird die Projektarbeit von insgesamt 12 Organisationen/Vernetzungszentren. Für das DIJuF wurde die Forschung von Dr. Monika Weber vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe begleitet, die für die Internationale Gesellschaft für erzieherische Hilfen (IGfH) als assoziiertem Partner ihre Praxis-Expertise einbrachte.

CEINAV ist eines von 18 Projekt-Konsortien, die im HERA-Programm Cultural Encounters Förderung erfahren.

Hier finden Sie die ausführlichere Kurzbeschreibung (deutsch) zum Projekt “Cultural Encounters in Interventions Against Violence” (CEINAV).