Europaflagge, gefördert durch die EU.

EU-gefördertes Projekt
„Internationale Unterhaltsrealisierung in der EU und weltweit”

 

Heidelberg Conference 2013 – Ergebnisse und Ausblick

Vom 5. bis 8. März 2013 haben sich über 230 Fachleute aller mit Unterhalt befassten Akteursgruppen aus 43 Ländern rund um die Welt zur Internationalen Unterhaltsrealisierungskonferenz 2013 in Heidelberg eingefunden: Richter/innen, Anwält/inn/en, Behörden- und Regierungsvertreter/innen, Professor/inn/en, Vertreter/innen der Privatwirtschaft etc.

Die Konferenz war Herzstück eines von der EU-geförderten Kooperationsprojektes. Projektpartner waren neben dem DIJuF die Universität Heidelberg (Prof. Dr. Burkhard Hess, Stefanie Spancken), die Universität Aberdeen (Prof. Paul R. Beaumont, Lara Walker), das Bundesministerium der Justiz, die Haager Konferenz für internationales Privatrecht, NCSEA (USA) und die Universität Lyon (Prof. Frédérique Ferrand). Ziel dieses Projektes war die Stärkung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zur effektiven Umsetzung des neuen Rechtsrahmens (Europäische Unterhaltsverordnung (EG) Nr. 4/2009, Haager Unterhaltsübereinkommen). Hierzu wurden zwei (empirische) Forschungsansätze verfolgt: Die Universität Heidelberg untersuchte unter qualitativen Gesichtspunkten zum einen die Implementierung der Unterhaltsverordnung in den EU-Mitgliedstaaten und zum anderen die Kooperation der Zentralen Behörden. Die Universität Aberdeen erforschte unter Einsatz von Fragebögen die Implementierung der Verordnung (EG) Nr. 4/2009 in ihrem ersten Jahr nach Inkrafttreten. Die Forschungsergebnisse können hier abgerufen werden.

Die Teilnehmer/innen der Heidelberger Konferenz 2013 haben das Unterhaltsrecht aus internationaler, rechtlicher, soziologischer, ethischer, sozialer- und sozialpolitischer Perspektive beleuchtet und diskutiert. Sie haben Rechtsfragen zur Europäischen Unterhaltsverordnung Nr. 4/2009, zum Haager Unterhaltsübereinkommen und zum Haager Unterhaltsprotokoll 2007 vertieft erörtert, sich den international-privatrechtlichen und den praktischen Fragen der grenzüberschreitenden Unterhaltsrealisierung gewidmet und sich rege über die jeweiligen nationalen Unterhaltssysteme ausgetauscht.

Die Freude am Miteinander und am lebhaften Austausch zum gemeinsamen Thema Unterhalt hat die Atmosphäre der gesamten Konferenz bestimmt. Die Debatten haben auch im Anschluss an die Konferenz Fortsetzung gefunden:

Die Konferenzteilnehmer/innen und die Projektpartner haben zusammen ein Papier erarbeitet, in dem sie zum einen Anregungen zur Verbesserung des grenzüberschreitenden Rechtsverkehrs sowie dessen internationaler Instrumente – der Europäischen Unterhaltsverordnung Nr. 4/2009 und des Haager Unterhaltsübereinkommens – vorstellen. Zum anderen sprechen sie darin Empfehlungen für künftige Schritte auf dem Weg zu einer weltweiten Gemeinschaft der internationalen Unterhaltsrealisierung aus.

Die Schlussfolgerungen und Empfehlungen – Conclusions & Recommendations – der Teilnehmenden der Heidelberger Konferenz 2013 können somit als Startschuss für die weltweite Vernetzung all derer betrachtet werden, die sich der globalen Gemeinschaft des Unterhaltsrechts zugehörig fühlen und beteiligen wollen.

Wenn wir einen Blick in die Zukunft wagen, so können wir bereits verraten, dass ein internationales Unterhaltsrealisierungsnetzwerk entstehen und wachsen wird, welches Grundlage einer effektiven und zielführenden Umsetzung der geschaffenen Rechtsinstrumente sein wird. Als Plattform dieses Netzwerkes und all derer, die sich beruflich dem Unterhaltsrecht widmen oder von der Materie privat betroffen sind, wird eine Webseite geschaffen werden, die als erster Anlaufpunkt dabei behilflich sein wird, den ersten Schritt in die richtige Richtung zu gehen.

Weitere Informationen finden Sie unter www.childsupport-worldwide.org.