Vormundschaften und Herkunftsfamilie

Laufzeit: April 2020 bis Dezember 2021

Ansprechpartnerin: Katharina Lohse (lohse@dijuf.de)

(Wie) Greifen Vormund*innen die Bedürfnisse und Wünsche von Kindern in Bezug auf ihre Herkunftsfamilie und Umgangskontakte auf? Wie können sie diese in die Bestimmung und Gestaltung des Umgangskontaktes mit der Herkunftsfamilie einbringen?

Diesen Fragen geht das auf zwei Jahre angelegten Kooperationsprojekt „Vormundschaften und Herkunftsfamilie“ von ISS, DIJuF, SkF und Bundesforum Vormundschaft nach.

Aus der übergeordneten Fragestellung leiten sich weitere Fragen ab:

   • Welche Bedürfnisse und Wünsche haben Kinder in Bezug auf ihre Herkunftsfamilie?

   • Greifen Vormund*innen die Bedürfnisse und Wünsche von Kindern auf und wenn ja,
     auf welche Weise werden diese thematisiert und in die Gestaltung des Umgangs eingebracht?

   • Welche Verfahrensweisen zu Regelung und Gestaltung des Umgangs können identifiziert werden?
     Welche Kooperationen werden eingegangen bzw. welche werden hierbei relevant?
     Welche zugrundeliegenden Organisationslogiken können ausgemacht werden?

   • Welche Empfehlungen lassen sich für eine Weiterentwicklung der Praxis ableiten?

Weitere Informationen zum Projekt, dem Forschungsdesign und den Sampling-Kriterien finden Sie im Flyer zum Projekt.

Im Zentrum des Projekts steht eine vertiefende, qualitative Studie mit insgesamt 24 Einzelinterviews. Es werden acht Mündel in einem Alter zwischen zwölf und 17 Jahren sowie ihre jeweiligen Vormund*innen mit der Methode eines problemzentrierten Interviews befragt. Vor dem Hintergrund der Ergebnisse aus den so gewonnenen Daten schließen sich acht weitere Interviews mit anderen Akteur*innen an, die für die Entscheidung über und Regelung von Kontakten zur Herkunftsfamilie eine besondere Rolle zu spielen scheinen – wie bspw. Familienrichter*innen, Fachkräfte des ASD, o.ä..

Ziel des Forschungsprojekts ist die Identifikation unterschiedlicher Erlebensweisen und -formen von Jugendlichen unter Vormundschaft, sowie die Generierung von Wissen zur Praxis von Vormund*innen in Bezug auf Herkunftsfamilie und Umgangskontakte. Aus den dazu gewonnenen Erkenntnissen sollen Impulse für die Praxis abgeleitet und in die Praxis transferiert werden, wodurch Vormund*innen an Handlungssicherheit gewinnen können.

Die Untersuchungsergebnisse werden Ende 2021 im Rahmen einer Abschlusstagung vorgestellt und diskutiert und in einem Abschlussbericht präsentiert.

Gefördert von der Stiftung Deutsche Jugendmarke e. V., Bonn.